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Zum Ende der Seite springen Operationen Vor-und Nachsorge
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Petra_L. Petra_L. ist weiblich
schweinelos


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Operationen Vor-und Nachsorge Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Operationen

OPs sollten natürlich möglichst vermieden werden, aber manchmal sind sie unumgänglich: z.B. männliche (Nachwuchsvermeidung) und weibliche Kastrationen (wegen gefährlichen Eierstockzysten), Blasensteine, Tumore außen und vor allem innen. Meerschweinchen sind leider Risikopatienten und man sollte einiges beachten, damit eine OP gut ausgeht und das Tier dem Besitzer noch einige Monate oder Jahre erhalten bleibt.

Vorsorge:

Das Meerschweinchen darf nicht nüchtern operiert werden, allerdings sollten 6-12 Stunden vorher Grün- und Kraftfutter weggenommen werden.

24-48 Stunden vor der OP sollte extra Ascorbinsäure (Vitamin C, Messerspitze in Wasser gelöst) gegeben werden, um das Immunsystem zu stärken und Narkosezwischenfälle zu vermeiden.

Sinnvoll ist es, 1-2 Stunden vor einer OP noch den Flüssigkeitshaushalt eines Tieres über subkutane Infusionen mit Elektrolytlösung (20-40 ml/kg) auszugleichen (vor allem bei schweren OPs).


Nachsorge

Alle Meerschweinchen sollten bis zum vollständigen Erwachen unter ärztlicher Beobachtung bleiben. Sie müssen unter Rotlicht, auf Wärmekissen oder zwischen mit warmem Wasser gefüllten Behältnissen gelagert werden. Erst wenn die Körpertemperatur wieder im normalen Bereich (mindestens 38,5 °C) liegt, sie Futter aufnehmen, Kot und Harn abgesetzt haben und auch ansonsten fit wirken, sollten sie an den Besitzer zurückgegeben werden. Bitte weigert Euch (der Kunde ist König), narkotisierte Tiere mit zu nehmen, ihr könnt zu Hause nichts tun, wenn es Komplikationen gibt.

Nach allen Eingriffen ist die Gabe von Scherzmittel über die nächsten Tage sehr wichtig (z.B. Metacam oder Novalgin, ein Tropfen, Wirkungsdauer 4 Stunden). Leider vergessen viele Tierärzte das, da die Tiere ja stumm leiden und nicht vor Schmerzen schreien. Wer allerdings Schmerzen hat, gibt sich schnell auf und verweigert die Nahrung. Fragt nach Schmerzmittel und besteht drauf.

Nach schweren OPs (weibliche Kastrationen, Blasensteinentfernungen etc.) sollten die Tiere weiterhin Infusionen (Elektrolyt- oder Ringerlösung) bekommen, gleich nach der OP und auch die nächsten Tage. Dadurch wird der Kreislauf gestärkt und ein Nierenversagen verhindert.

Man sollte über längere Zeit neben den Schmerzmitteln auch Kreislauftropfen ins Mäulchen geben (Effortil-Tropfen 0,75-0,1ml/kg, einmal täglich).

Zur Steigerung des Immunsystems, zur besseren Wundheilung und zur Appetitanregung, empfiehlt sich die tägliche Gabe von Vitamin C (Ascorbinsäure: kl. Messerspitze in Wasser) und Vitamin B (Polybion-Tropfen, Apotheke, 0,2ml pro Tag).

Tiere, die sich von einer OP erholen, sollten warm gehalten werden, man kann Rotlicht oder Wärmflaschen anbieten, aber bitte, sodass das Tier frei wählen kann, ob es im Rotlicht sitzen möchte oder nicht. Die Tiere sollten Ruhe haben vor zu vielen Artgenossen, aber möglichst nicht in Einzelhaltung sitzen. Bewährt hat sich die Zugabe eines meerschweinischen Pflegers. Lärm, Rauch und unnötiges Herausnehmen sind natürlich Tabu.

Nach der Operation sollte das Tier einige Tage auf Leinentüchern oder Handtüchern gehalten werden (das Heu dann nur in der Raufe geben). Die Wunde muss täglich kontrolliert und versorgt werden (mit Wundsalbe, Balistolöl oder Ähnlichem).

Die Tiere sollten auch vom Menschen ordentlich "betüttert" und umsorgt werden, streicheln, reden, damit sie sich nicht aufgeben. Ein Tier, dass man völlig alleine liegen lässt, gibt sich auf. Das Tier kennt keine Hoffnung auf bessere Zeiten, es leidet im Hier und Jetzt und braucht viel Liebe und Zuwendung, wenn es krank ist.

Die Tiere müssen täglich gewogen und notfalls bei Nahrungsverweigerung gepäppelt werden.

So kompliziert das auch klingt, eine OP lohnt sich meist, denn sie kann das Leben sinnvoll verlängern.

Wichtig ist, alles mit dem Tierarzt abzusprechen, sich alles erklären zu lassen, die Risiken zu besprechen, die Nachsorge zu besprechen, Wünsche zu äußern. Medikamentengaben und Notfallsituationen (Tier kippt um) sind zu besprechen. Leider neigen Tierärzte dazu, Risiken zu verheimlichen und sie sind sehr sparsam mit der Nachsorge (z.B. Schmerzmittelgabe, Infusionen). Sucht Euch einen guten, sympathischen und qualifizierten TA, auch wenn es nur für die eine OP ist. Er sollte die OP schon öfter vorgenommen haben. Und denkt daran: Der Kunde ist König, ihr bezahlt die Sache und habt das Mitsprache-, wenn nicht sogar Bestimmungsrecht.


Narkosearten

Inhalationsnarkose

Es sollte wenn möglich immer der Inhalationsnarkose der Vorzug gegeben werden. Ihr Vorteil besteht in kurzen Einleitungs- und Aufwachphasen sowie einer guten Steuerbarkeit.

Die Tiere sind nach Absetzen der Gasmaske sofort wieder wach und das Sterberisiko durch die Narkose ist deutlich gesenkt. Leider ist sie teurer als die Injektionsnarkose und viele Tierärzte haben keine Gasmaske für Kleintiere.

Injektionsnarkose

Die Dosierung ist sehr schwierig, weil sie durch den Mageninhalt oft falsch berechnet wird. Oft wird zu hoch dosiert, das Herz versagt. Die Einschlaf- und Aufwachphasen sind sehr lang und risikoreich (Kreislaufversagen). Die gebräuchlichste Injektionsnarkose ist die Kombination Ketamin / Xylazin.

Kombination Injektion / Inhalation

Bei vor allem größeren OP ist diese Narkose hilfreich. Das Tier wird per Injektion leicht schlafen gelegt, dann erfolgt die weite Narkotisierung durch Gas.
14.07.2009 20:17 Petra_L. ist offline E-Mail an Petra_L. senden Beiträge von Petra_L. suchen Nehmen Sie Petra_L. in Ihre Freundesliste auf
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