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Zum Ende der Seite springen Die traurige (fiktive) Geschichte von Meerschweinchen Lisa
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Karsten
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Dabei seit: 24.09.2002
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Die traurige (fiktive) Geschichte von Meerschweinchen Lisa Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Die traurige Geschichte von Meerschweinchen LISA, die viel zu früh „gehen“ musste...

Eine fiktive Geschichte, aus der Sicht eines Meerschweinchens erzählt (von Familie Heublein), leider mit wahren Hintergründen, Begebenheiten, und Erfahrungen...
Die Geschichte und die Namen sind frei erfunden. Übereinstimmungen sind nur rein zufällig und von uns nicht beabsichtigt.


Hallo!

Ich bin Meerschweinchen Lisa, und bin drei Jahre alt geworden. Ich bin nun dort, wo es mir wieder gut geht, im Meerschweinchen-Himmel. Viel zu früh musste ich gehen.

Als ich krank geworden bin, hat mir niemand geholfen. Denn manche Menschen kennen sich mit uns nicht gut aus und nehmen unsere Besitzer mit ihrer Sorge um uns nicht ernst. Dabei wollte ich noch gar nicht gehen. Mir ging es bei euch Menschen doch recht gut bis das ich krank wurde.

Ich möchte euch meine Geschichte gerne erzählen, denn jetzt ist mir das möglich. Ich habe die Hoffnung, dass sich, wenn ich zu euch spreche, für euch Mitmeerschweinchen und für euch, die ihr uns pflegt, etwas ändert und ihr besser versteht.
Es ist schade, dass wir Meerschweinchen in dieser Welt nicht in Worten zu euch Menschen sprechen können, und einfach sagen können, was uns fehlt und wie ihr uns am besten helfen könnt, oder was ihr natürlich auch falsch macht!

Im Alter von 2 ½ Jahren wurde ich von meinen Vorbesitzern in eine neue Familie abgegeben. Die Gründe habe ich erst jetzt erfahren: Umzugsgründe unserer Besitzer, sie durften uns nicht mitnehmen und leider haben sie niemanden gefunden, der uns drei, Sally, Pauli und mich, Lisa, gemeinsam aufnehmen wollte.

Ich kann mich noch gut an meine beiden Schwestern erinnern, Sally und Pauli, wie viel Spaß ich doch mit ihnen bei unseren Besitzern in unserer großen Behausung hatte, wie wir uns unterhielten, viel gutes Heu mümmelten und uns gemeinsam zum Schlafen in unser riesiges Häuschen legten. Auf den Auslauf im Zimmer haben wir uns immer besonders gefreut. Ja, wir hatten viel Spaß.

Sally ist mir gut im Gedächtnis. Sie war 2 Jahre alt, als sie zu uns sagte, sie hätte irgendwie Probleme beim Kauen, die Zunge kann sie nicht mehr richtig bewegen. Ich wollte sie sowieso gerade fragen, was seit den letzten Tagen mit ihr los sei, denn Sally fraß immer weniger Heu und würgte ab und zu dabei.
Meist knabberte sie nur noch am Apfel oder der Petersilie, und nahm ein wenig Körner. "Was ist los?" hab‘ ich sie bis dahin manchmal gefragt, aber Sally hat immer nur gesagt, "mach Dir keine Sorgen." Ich wußte aber, dass was nicht stimmte und sie ihre Probleme nur vor uns verstecken wollte...

Wir haben immer gemerkt, dass unsere Besitzer sehr besorgt um uns waren. Sie kannten sich gut mit uns Meerschweinchen aus und haben sich viel informiert. Auch ihnen fiel wenig später auf, genau wie uns, dass meine Schwester Sally nicht mehr richtig fressen konnte.

Es war Donnerstag abends, als Sally von unseren Menschen aus dem Käfig genommen wurde. Am gleichen Tag haben unsere Besitzer vorher auffällig viel telefoniert und vor einem Ding gesessen, dass sie "PC" nannten...
Ich hörte sie nur immer sagen: "Was wohl mit Sally los ist? Warum frisst sie nicht richtig? Was können die Ursachen sein?" Nachmittags hörte ich auch, wie sie sagten: "Dass könnte vielleicht eine Ursache sein. Wir brauchen jemanden, der das mit Sally macht....."
Pauli und ich wußten nicht, was jetzt passiert und wo sie Sally, die schon in einer Box saß, wohl hinbringen würden. Dann sind sie mit ihr fortgegangen und wir waren in großer Sorge und dachten, wir sehen Sally nie wieder....

Nach ca. 1 ½ Stunden hörten wir das Schlüsselklappern, und die Haustüre wurde geöffnet. Wir hörten unsere Sally!!! Sie rief nach uns. Wir waren so glücklich als unsere Besitzer sie wieder zu uns setzten!
"Wo warst Du?", hab‘ ich gefragt?
"Ich war bei zwei anderen fremden Menschen. Unsere Besitzer haben denen erklärt, dass sie gesehen haben, dass ich nicht richtig fressen kann und so!"
"Und weiter?", fragte ich Sally, "erzähl‘ weiter!"
"Ich hörte, wie sie sagen: Da müssen wir die Zähne kontrollieren, vor allem die Backenzähne sind oft das Problem, wenn Meerschweinchen nicht richtig fressen können!"
"Die Frau dort hat mich umfasst und mich am Rücken an sich gedrückt. Ich hatte große Angst. Der Mann hat mir mit einem Gerät, dass er über meine Vorderzähne geschoben hat, mein Mäulchen geöffnet. Ich konnte es nicht mehr schließen, und war sehr aufgeregt. Mir wurde Mut zugesprochen, und irgendwie fühlte ich auch, dass mir dort geholfen wird. Dann hat er noch irgendetwas in mein Mäulchen geschoben, ich glaube "Backenspreizer" wurde es genannt, jedenfalls hat es mir die Backen auseinandergedrückt. Der Mann sagte, "jetzt haben wir freien Blick auf alle Zähne. Oh, oh," hörte ich.
Zu unseren Besitzern wurde gesagt: "Sehen sie, Spitzenbildung an den Backenzähnen, deswegen kann ihr Meerschweinchen nicht fressen, diese scharfen Spitzen verletzen die Zunge und ihre Sally kann auch aufgrund der Schmerzen nicht fressen, gut, dass sie das rechtzeitig gemerkt haben. Wenn sie länger damit gewartet hätten, hätte ihre Sally gar nicht mehr fressen können, weil sich die Backenzähne zu einer Brücke gebildet hätten und die Zunge vollständig eingeklemmt und so an ihrer Bewegungsfreiheit gehindert hätte. Ihre Sally wäre trotz Willen zum Fressen vor dem vollen Futternapf verhungert! Das passiert, wenn man Spitzen nicht rechtzeitig erkennt und entfernt bzw. die daraus entstehende Brücke behandelt!".
"Und weiter, was passierte dann?", fragte ich.
"Mir wurde an meinen Backen-Zähnen gezwickt und gefeilt", sagte Sally, "und dann wurde dieser Backenspreizer herausgenommen und dieses andere Ding zurückgedreht und ich konnte mein Mäulchen wieder bewegen! Und meine Zunge auch etwas besser! Nirgendwo kratze es mehr! Ich wurde zurückgesetzt in meine Transportkiste und merkte, dass es wieder heim zu euch ging. Ich kann euch gar nicht sagen, wie froh ich bin!"

Ja, Pauli und ich waren auch froh, dass es unserer Sally wieder besser ging. Wir waren etwas neidisch, denn in den ersten Tagen bekam sie Möhren-Brei mit einer Spritze zugefüttert, zum Erholen und Kräfte sammeln. Sally sagte, dass mag sie gar nicht, aber es hat ihr gut getan und deswegen hat sie ihn brav geschluckt. Sie konnte einige Zeit später wieder alles knabbern und auch Heu fressen.

Ein halbes Jahr später kam ich dann alleine in die andere Familie...
Die meiste Zeit über war ich sehr traurig, vermisste ich doch Pauli und vor allem Sally sehr, meine beiden Schwestern. Niemand unterhielt sich in der Meerschweinchen-Sprache mit mir. So verbrachte ich die meiste Zeit nur mit Fressen, und darauf zu warten, dass mich jemand zum Streicheln heraus nimmt. Der Auslauf machte mir auch nicht mehr so viel Spaß, ich war ja ganz alleine...

Ein paar Wochen, bevor ich gehen musste, bekam ich auch Schwierigkeiten beim Fressen. Das Heu zu fressen fiel mir schwer, und ich konnte nur noch weiche Sachen knabbern, bis das etwas später auch nicht mehr ging. Meine Zunge konnte ich dann nicht mehr bewegen, und somit auch nicht mehr meinen leckeren Fenchel essen, den habe ich besonders gern gemocht. Trinken aus dem Napf war dann auch unmöglich. Ich wurde sehr schnell schwächer, durstig und verlor an Gewicht, denn ich bekam auch Durchfall. Ich war sehr müde.
Wieso helft ihr mir nicht, sagte ich mit den Augen? "Seht ihr nicht, dass ich ohne Hilfe nicht mehr essen kann? Ihr könnt mir alles Futter, jeden Leckerbissen anbieten, aber ich kann es nicht mehr aufnehmen und zermahlen!"
Als ich Freitag abends eingepackt wurde, gab ich die Hoffnung auf. Ich wußte nicht, was mit mir geschah. Ich kam irgendwie in eine Box, und 10 Minuten später war ich bei einer anderen Person, und saß auf einem Tisch. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, so schwach war ich schon. Meine Bauchschmerzen waren unerträglich, denn ich hatte nichts mehr im Magen. Der Mann wo ich war pickste mich in den Rücken, woraufhin meine Bauchschmerzen und die Krämpfe nachliessen.
"Geben sie zusätzlich noch diesen Vitaminsaft ein, damit ihre Lisa wieder zu Kräften kommt und wieder selbst mit Fressen anfangen kann."
Den Vitaminbrei habe ich von der Spritze geschleckt wie verrückt, aber bekommen ist er mir nicht. Wie um Himmels willen soll ich denn wieder zu Kräften kommen? Von Vitaminbrei werde ich doch nicht satt! Ich kann aufgrund meiner Zähne doch nicht fressen!!!!
Ich hatte damals große Angst, wußte nicht was mit mir in den nächsten Tagen passieren würde, vor allem an dem Tag, genau eine Woche später, wo ich wieder zu dieser Person gebracht wurde und auf dem Tisch lag. Ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Die Bauchschmerzen waren noch schlimmer als zuvor.
Ich hörte irgendwie, "dass hat keinen Sinn mehr, sie ist schon zu schwach". Mir wurde ans Mäulchen gefaßt, und ich hörte noch von der anderen Person sagen, dass "...sie gut abgenutzt sind sowie gerade..., Backenzähne wahrscheinlich somit auch noch Ok..., an den Zähnen kann es somit nicht liegen...".
Ja, bis zuletzt konnte ich ja auch noch was mit meinen Vorderzähnen knabbern und etwas abnutzen, aber ich bekam nix mehr hinunter, konnte nichts mehr schlucken!!! Wieso merkt niemand, dass ich nicht fressen kann, d.h. meine Zunge nicht mehr bewegen kann und Schmerzen im Mäulchen habe, die ich kaum noch ertragen kann? Warum prüft keiner meine Backenzähne, wo ich doch ganz offensichtlich Probleme habe, so wie bei Sally, und deswegen nicht mehr fressen kann? Warum??? Warum kommt niemand auf den Gedanken???
Ich fühlte, dass ich keine Hilfe mehr erwarten konnte, und ich hatte Angst. Dann spürte ich einen Picks und ich wurde müde, eine Tränen floss mir hinab, und ich wachte hier im Meerschweinchen-Himmel wieder auf.

Jetzt geht es mir wieder gut, ich habe keine Schmerzen mehr. Ich weiß jetzt, dass mir hätte geholfen werden können, genau wie Sally, und auch vielen anderen Meerschweinchen, die hier im Himmel sind., Viel zu früh mussten sie hierher kommen, weil sie auch nicht die richtige Hilfe bekamen und ihnen nicht ihre Zähne kontrolliert worden sind, als sie Probleme beim Fressen hatten.
Meine Backenzähne hätten gekürzt werden müssen, sie waren zu lang gewachsen, fast eine Brücke schon als ich dann gehen musste. Deswegen konnte ich meine Zunge nicht mehr richtig bewegen und später überhaupt nichts mehr fressen, obwohl ich den Willen dazu hatte.
Was war mit meinen Besitzern? Ich gebe meinen damaligen "neuen Besitzern" nicht völlig die Schuld. Warum? Wenn man sich Hilfe erhofft, wo man sie glaubt, auch für uns Meerschweinchen zu bekommen, aber dennoch nicht erhält, woher soll man das wissen? Obwohl man das eigentlich ja erwartet, dass wir dort IMMER RICHTIG mit unseren Problemen ernst genommen werden und die Leute auch wissen, was zu tun ist?
Sie hätten mir ruhig eher die richtige Hilfe zukommen lassen können, aber sie hätten eben auch (weiter)-suchen müssen, genau wie unsere ersten Besitzer, die sich vorher informiert haben, wo man die Ursache der Zahnprobleme untersuchen und ggf. gleich korrigieren kann.
Meine damaligen "neuen Besitzer" machen sich schlimme Vorwürfe, habe ich inzwischen erfahren. Sie wissen jetzt, dass mir mit der richtigen Hilfe und der Zahnkorrektur mittels vollständigem Zahnbesteck (Festspanner der Vorderzähne, Backenspreizer, Feilen und Zangen) bei meinen Zahnproblemen noch hätte geholfen werden können und ich noch bei Ihnen hätte sein können! Nie wollte ich von ihnen weg. Sie wollten mir auch bald einen meiner Freunde holen, damit ich zukünftig nicht mehr alleine bin, wir Meerschweinchen fühlen uns ja ohne Artgenossen nicht wohl und das haben sie auch gemerkt!
Aber dann erkrankte ich, und musste unnötigerweise "gehen". Sie möchten nun keinen von uns Meerschweinchen mehr ein Zuhause geben, bis sie wissen, an wen sie sich wieder wenden können und die richtige Hilfe bekommen, wenn wieder mal ein "Zahnproblem" bei uns Meerschweinchen auftritt. Ein Problem, über das bei euch in dieser Welt noch viel Unkenntnis herrscht!
Leider kommen viel zu viele meiner Artgenossen zu früh in den Meerschweinchen-Himmel, weil ihnen niemand geholfen hat und manche Leute uns Meerschweinchen bei euch nicht ernst nehmen!
Es ist traurig, dabei es ist soooooo einfach uns bei so einem Problem zu helfen, vor allem bei Zahnproblemen! Man muss nur wollen und sich dafür interessieren.

Das war meine Geschichte, traurig aber wahr. Vielleicht bewirkt sie etwas, besonders wenn sie viele von euch Menschen lesen.

Euer Meerschweinchen
LISA

__________________
Lieben Gruß
Karsten


22.01.2003 11:07 Karsten ist offline E-Mail an Karsten senden Beiträge von Karsten suchen Nehmen Sie Karsten in Ihre Freundesliste auf
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